Immobilienbewertung vor dem Verkauf

Der Angebotspreis ist die wichtigste Einzelentscheidung beim Verkauf einer Immobilie — und die einzige, die sich später kaum korrigieren lässt, ohne Geld zu kosten. Eine unabhängige Bewertung für 300 bis 600 Euro gibt Ihnen dafür eine Grundlage, hinter der kein Provisionsinteresse steht.

Warum ein zu hoher Angebotspreis teuer wird

Die verbreitete Annahme lautet: Lieber hoch einsteigen, herunterhandeln kann man immer. In der Praxis funktioniert das selten, und zwar aus einem Grund, der wenig mit Verhandlung zu tun hat.

Eine Immobilie hat genau einmal die volle Aufmerksamkeit des Marktes — in den ersten Wochen nach der Veröffentlichung. Wer in dieser Phase sucht, hat den Markt im Blick und erkennt eine überteuerte Anzeige sofort. Diese Interessenten kommen nicht wieder, auch nicht nach einer Preissenkung.

Was danach passiert, ist ein Muster:

Was ein zu hoher Startpreis auslöst
PhaseWas passiert
Wochen 1–4maximale Sichtbarkeit, kaum Anfragen bei zu hohem Preis
Monat 2–3Anzeige rutscht in den Portalen nach hinten, Inserat wirkt veraltet
Monat 4+erste Preissenkung, Interessenten wittern Verhandlungsspielraum
danachVerkauf oft unter dem Preis, der anfangs realistisch gewesen wäre

Eine zu hoch angesetzte Immobilie verkauft sich am Ende häufig schlechter als eine realistisch angesetzte. Nicht weil sie weniger wert wäre, sondern weil die Standzeit selbst zum Preisargument wird.

Warum ich ohne Maklerinteresse bewerte

Kostenlose Bewertungen sind fast nie kostenlos — sie werden über den späteren Verkaufsauftrag finanziert. Daraus entsteht ein struktureller Interessenkonflikt in beide Richtungen: Ein hoher Wert gewinnt den Auftrag, ein niedriger sorgt für den schnellen Abschluss.

Ich verkaufe keine Immobilien und bekomme keine Provision. Was ich Ihnen sage, hat kein wirtschaftliches Eigeninteresse im Rücken — auch dann nicht, wenn die Zahl niedriger ausfällt, als Sie gehofft hatten.

Das heißt nicht, dass Sie keinen Makler brauchen. Es heißt, dass Sie mit einer unabhängigen Zahl in das Maklergespräch gehen statt mit einer Zahl, die aus diesem Gespräch stammt.

Was Sie bekommen

  • Ortstermin mit Aufnahme von Zustand, Ausstattung und Besonderheiten
  • Marktwerteinschätzung nach dem Vergleichswertverfahren auf Basis der Kaufpreissammlung des zuständigen Gutachterausschusses
  • Nachvollziehbare Begründung — Sie sehen, welche Vergleichsfälle und welche Zu- und Abschläge zum Ergebnis geführt haben
  • Realistische Preisspanne statt einer Punktzahl, die es am Markt so nicht gibt
  • Einordnung der wertrelevanten Faktoren — was den Preis hebt, was ihn drückt, was sich vor dem Verkauf noch lohnt

Ehrliche Einordnung: Indikation statt Gutachten

Was Sie von mir bekommen, ist eine Marktwertindikation — eine fundierte Einschätzung des Marktwerts auf Basis des Vergleichswertverfahrens und der Daten der örtlichen Gutachterausschüsse. Sie ist bewusst kein Verkehrswertgutachten nach § 194 BauGB und damit nicht für Gerichte oder das Finanzamt bestimmt.

Wofür sie sehr wohl taugt: Ihnen Handlungssicherheit für die nächste Entscheidung zu geben. Für den Angebotspreis, für die Aufteilung eines Nachlasses, für die Prüfung eines Kaufangebots oder für Ihre eigene Vermögensplanung reicht eine belastbare Größenordnung — und die bekommen Sie deutlich schneller und günstiger als ein Vollgutachten. Sollte Ihr Fall doch ein Gutachten erfordern, sage ich Ihnen das im Erstgespräch und vermittle Sie an einen zertifizierten Sachverständigen aus meinem Netzwerk.

Häufige Fragen

Warum nicht einfach die Maklerbewertung nutzen?

Eine kostenlose Maklerbewertung ist in der Regel mit dem Ziel verbunden, den Verkaufsauftrag zu erhalten. Das kann zu bewusst hohen Einschätzungen führen. Ich verdiene nicht am Verkauf und habe deshalb kein Interesse an einer geschönten Zahl.

Was passiert bei einem zu hohen Angebotspreis?

Die Immobilie bleibt lange am Markt, und genau das wird zum Problem: Interessenten sehen die Standzeit und vermuten einen Mangel. Nach mehreren Preisreduzierungen wird häufig weniger erzielt als bei einem realistischen Startpreis. Der erste Preis prägt die gesamte Vermarktung.

Was kostet die Bewertung vor dem Verkauf?

Zwischen 300 und 600 Euro als vorab vereinbarter Festpreis. Gemessen an der Größenordnung eines Immobilienverkaufs ist das ein geringer Betrag für eine belastbare Grundlage der wichtigsten Zahl im gesamten Prozess.

Wann sollte ich bewerten lassen?

Bevor Sie sich auf einen Angebotspreis festlegen und bevor Sie Maklergespräche führen. Mit einer eigenen unabhängigen Einschätzung gehen Sie informiert in diese Gespräche und können Einschätzungen anderer besser einordnen.

Vermitteln Sie auch den Verkauf?

Nein. Ich bewerte, ich verkaufe nicht. Diese Trennung ist beabsichtigt, weil sie die Unabhängigkeit der Einschätzung sichert. Gern sage ich Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl eines Maklers achten sollten.

Erzählen Sie mir von Ihrer Immobilie

Ein erstes Gespräch kostet Sie nichts und dauert selten länger als zwanzig Minuten. Danach wissen Sie, ob und wie ich Ihnen helfen kann — und was es kosten würde.

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